20 August 2015

Amy und Matthew - Was ist schon normal?, Cammie McGovern ~ Rezension

Autorin: Cammie McGovern
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 352
Hardcover: 14,99€
Ebook: 11,99€

Inhalt:
Die 17-jährige Amy ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nicht sprechen und nicht ohne Hilfe laufen. Aber sie ist unglaublich klug und wahnsinnig hübsch – zumindest in den Augen ihres Klassenkameraden Matthew, der auch nicht so ist wie die anderen. Vor allem mit Nähe hat Matthew ein Problem. Doch genau die sucht Amy, die genug davon hat, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Im letzten Jahr der Highschool beschließt sie, dass das Leben jetzt beginnen muss. Und sie verliebt sich in den sensiblen Matthew. Dann aber begeht sie auf dem Abschlussball einen verhängnisvollen Fehler und verletzt Matthew zutiefst. Wird er ihr verzeihen?

Da ich das Thema mit den beiden Protagonisten mit Handicaps total interessant fand, wollte ich Amy und Matthew - Was ist schon normal? unbedingt lesen. Dementsprechend groß war dann auch die Freude, als ich das Buch im Briefkasten fand!
Und das Buch hat mir dann auch wirklich gefallen, auch wenn es ein paar Schwachstellen gab, aber dazu später, denn ich möchte nicht mit dem negativem, sondern mit dem positivem beginnen.
Zu den positiven Dingen zählen bei diesem Roman auf jeden Fall die beiden Protagonisten, denn die sind wirklich, wirklich toll. Und zwar beide. Ich hab sowohl Amy als auch Matthew sofort in mein Herz geschlossen!
Amy versucht trotz ihrer Behinderung nach außen hin immer stark zu sein und lässt sich nicht unterkriegen. Das gelingt ihr meistens auch ganz gut, aber wenn man dann doch mal einen Blick hinter ihren perfekt aufgebauten Schutzwall werfen kann, merkt man, dass auch sie ihre schwachen Momente hat und gar nicht so stark ist, wie sie es die anderen glauben lässt. So ist Amy in Wirklichkeit zum Beispiel ziemlich einsam, weil ihre einzigen Freunde eigentlich nur ihre Eltern, Lehrer und ein paar andere Erwachsene sind. Vor allem später im Buch merkt man auch, dass Amy gar nicht so selbstsicher ist wie sie tut. Und vor allem nicht so glücklich. Im Gegenteil sie ist sogar ziemlich unsicher und auch relativ unglücklich mit ihrem Leben. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen möchte sie der Welt und ihren Mitmenschen aber beweisen, dass sie mehr ist als das Mädchen, dass nicht richtig laufen und sprechen kann.
Auch Matthew ist nicht ganz 'normal', auch er hat ein Handicap. Nur sieht man ihm seins vielleicht nicht sofort an. Matthew leidet an einer Zwangsneurose, er muss alles 'kontrollieren'. Er hört eine Stimme in seinem Kopf, die ihm vorschreibt irgendwelche Dinge zu tun (Sachen zählen, gegen Spinde klopfen, Hände waschen etc.) und/oder ihn ein schlechtes Gewissen einredet. Matthew will allerdings nicht einsehen, dass er krank ist und Hilfe braucht.
Als Matthew zu Amys Schulhelfer wird, gibt er ihr Halt, aber auch Amy gibt ihm Halt und so werden die beiden schnell enorm wichtig für den jeweils anderen.
Wie gesagt fand ich beide Protagonisten total toll und ich fand es von Anfang an unheimlich interessant sie zu begleiten und zu sehen, wie sich ihre Beziehung zueinander entwickelt. Aber nicht nur Amy und Matthew waren tolle Charaktere, auch ein paar der Nebencharaktere mochte ich wirklich gern. Generell sind die Charaktere in diesem Buch wirklich schön ausgeschrieben und besitzen alle viel Tiefe. Die Nebencharakter natürlich weniger als die Protagonisten, aber doch alle genug. Also mir kam keine Person in diesem Buch nicht ausgearbeitet oder 'flach' vor.

Was ich an Amy und Matthew - Was ist schon normal? auch gut fand war, dass das Buch sehr realistisch geschrieben, also an keiner Stelle irgendwie unrealistisch wirkte. Ich konnte die Handlungen der Charaktere (fast) immer nachvollziehen und hielt diese auch nie für übertrieben oder eben unrealistisch.
Gefallen hat mir auch, dass mit dem Buch verdeutlicht wird wie sich Menschen mit Handicaps fühlen. Außerdem finde ich auch die Botschaft, die  durch das Buch vermittelt wird gut. Nämlich, dass man sich mit diesem Thema - Menschen mit Handicaps - mehr auseinandersetzen muss. Und zwar jeder von uns. Es ist nämlich wirklich unmöglich, dass Menschen mit Handicaps noch immer oft aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden und uns das manchmal gar nicht auffällt.

Das Cover finde ich so, so, so, soooooooooo toll! Ich LIEBE es! Es ist so schön und passt außerdem wunderbar zum Buch. Auch wenn Amy auf dem Cover dunkelhaarig ist,obwohl im Buch steht; dass sie blond ist. Den Titel finde ich auch richtig schön und passend.

Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen und ich fand es auch absolut nachvollziehbar.

Nach so viel positivem, jetzt zu dem, das mir nicht gefallen hat. Und das ist der Schreibstil. Einerseits war der zwar wirklich toll, weil z.B. die Charaktere so toll ausgearbeitet wurde und er an manchen Stellen auch wirklich tiefsinnig ist, aber manchmal fiel es mir wirklich schwer der Geschichte zu verfolgen. Manchmal hab ich nämlich nicht verstanden, wie die Sätze jetzt zusammen hängen und das hat mich teilweise ganz schön verwirrt und gestört. Vielleicht hab ich aber auch nur zu unkonzentriert gelesen oder so... Keine Ahnung, aber das war auch das einzige das mich gestört hat.

Im großen und ganzen ist  Amy und Matthew - Was ist schon normal? ein wirklich tolles Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt und das ich nur empfehlen kann! :)
Zuletzt noch ein riesengroßes DANKE an Heyne fliegt für dieses Rezensionsexemplar.  Ich hatte viel Spaß beim Lesen und rezensieren, danke dafür! :)

Liebe Grüße, Bekky <3

Kommentare:

  1. Hei c:
    Mir hat das Buch leider weniger gefallen. Obwohl ich das Thema sehr interessant fand und man meiner Meinung nach viel mehr aus der Geschichte hätte herausholen können, wurde ich auf diesem Gebiet eher enttäuscht. Aber ich finde es total interessant, wie die Meinungen zu diesem Buch auseinander gehen - deine Rezi ist die erste Positive, die ich davon lese. Aber es freut mich, dass es auch Leute gibt, denen das Buch so richtig gut gefällt!

    Ganz viele liebe Grüße, Michelle ☼♥
    walkingaboutrainbows.blogspot.de

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    1. Hey :3
      Ja, ich hab ziemlich unterschiedlich Rezensionen zu dem Buch gelesen. Aber ich mochte es wirklich gern. Geschmäcker sind eben verschieden ;)
      Liebe Grüße, Bekky <3

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